HEIMATMUSEUM WEYER

- GESCHICHTE WEITERDENKEN

Liebe Freunde und Interessenten
der Wey´rer Geschichte,

Nachdem feststand, dass der Marktflecken Villmar die Wohnung in der Volkshalle Weyer aufgrund der gemachten Erfahrungen nicht mehr vermieten wird, sahen wir die Möglichkeit, die vielfältige Heimatgeschichte von Weyer viel besser als bisher darstellen zu können und nebenbei Leerstand vorhandener Räume zu vermeiden. Auf Basis einer neu erarbeiteten Konzeption wurde vom Gemeindevorstand im Frühjahr 2013 einstimmig beschlossen, unserem Verein diese Wohnung für ein Heimatmuseum zu überlassen.

Bedingung ist jedoch, dass der Gemeinde hierdurch keinerlei Kosten entstehen, abgesehen von der Vereinsförderung für langlebige Güter. Die Kosten für die Wohnungsrenovierung, die Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen (ohne den zweiten Rettungsweg) und der Einrichtung des Museums sind also vollständig durch die Natur- und Heimatfreunde Weyer e.V. zu tragen.

Wir finden es richtig, dass sich ein Verein als Träger eines Vorhabens auch um dessen Finanzierung kümmert. Wir werden mit der Renovierung und Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen unsere finanziellen Mittel weitgehend ausschöpfen und müssen die Einrichtung notfalls zeitlich etwas strecken. Aber wir sind von dem Wert der Wey’rer Geschichte überzeugt und davon, dass das Museum, neben unseren Aufgaben in der Natur, eine tragende Säule des Vereins sein wird.

Doch sosehr das Museum nicht für uns, sondern die Allgemeinheit gedacht ist, sosehr bitten wir um Ihre Unterstützung, sei es tatkräftig bei der Renovierung, durch Spenden oder durch Mitgliedschaft im Förderverein. Es ist ein lohnender Einsatz, wie Ihnen die folgende Konzeption hoffentlich zeigen kann. Sie baut sich aus den drei Elementen Bewahren, Vermitteln und Weiterdenken auf:

Bewahren – die Grundlage:

Wie bisher auch schon gilt es zunächst, Zeitzeugnisse zu sammeln und aufzuarbeiten oder vor dem weiteren Verfall zu schützen. Hierbei sind Zeitzeugnisse nicht nur Gegenstände, sondern auch alle Arten von Schriften, Karten und Fotos sowie das Wissen “der Alten“. Regelmäßig bekommen wir Hinweise auf Gegenstände von geschichtlichem Wert, die dem Verein geliehen oder überlassen werden in dem Vertrauen, dass wir damit verantwortungsvoll umgehen. Zu den zukünftigen Aufgaben zählt auch die Pflege eines Heimatarchivs.

Vermitteln – die Aufgabe:

Dies ist wohl der offensichtlichste Teil eines jeden Museums. Um etwas zu vermitteln, muss es zunächst einmal zugänglich sein. Was in der bisherigen Heimatstube so nicht möglich war, lässt sich im neuen Heimatmuseum verwirklichen: Die Vielfalt der Wey’rer Geschichte nach Schwerpunkten getrennt mit ausreichend Platz darzustellen. Dazu werden wir auf knapp 100 m2 zwei verschiedene Dauerausstellungen sowie eine gemütliche Küche als Erzählkaffee einrichten. Ein weiterer Raum für wechselnde Ausstellungen soll auch den Ortsvereinen offenstehen. Weiter unten gibt es hierzu einen Raumplan mit weiteren Erläuterungen.

Weiterdenken – die Vision:

Panta rhei – alles ist im Fluss, wusste bereits der griechische Philosoph Heraklit. So ist auch unser “Heute“ nur ein kleiner Ausschnitt im Fluss der Zeit. Aber so, wie die Geschichte stets die Gegenwart beeinflusst hat, so hat auch unser Handeln Auswirkungen auf die Zukunft. Unsere Vision ist, Geschichte nicht als etwas Abgeschlossenes zu betrachten, sondern in die Zukunft weiterzudenken:
- Geben frühere Entwicklungen Antworten für morgen?
- Was wollen wir bewahren, was sollten wir ändern?
- Wo können wir für die Zukunft Verantwortung übernehmen?
Wenn es uns gelingt, Heimatgeschichte nicht als Nostalgie zu verwalten, sondern als eine Grundlage unseres Lebens und unserer Zukunft zu verstehen, haben wir die Chance, diese Zukunft in einem neuen Bewusstsein mit zu gestalten.

Raum 1:

ROHSTOFFE – GRUNDLAGE DER ENTWICKLUNG VON WEYER


Terra Sigillata - Römische Gefäße aus der Grabung von 2010 nach der Restaurierung

Egal ob Silber, Eisen oder Basalt: zu allen Zeiten waren die hier vorhandenen Rohstoffe eine, wenn nicht DIE treibende Kraft für die Entwicklung von Weyer. Sie waren der Grund für Römer, Karolinger und andere, hier zu siedeln und diese Rohstoffe zu fördern, aufzubereiten und zu vermarkten.


Karolingische Fibel

Mit dieser Entwicklung eng verbunden ist die Entstehung der jüdischen Gemeinden hier im Laubustal.

Die Rohstoffe sollen daher im Mittelpunkt von Raum 1 stehen. Als Gesteinsproben zum Betrachten und Anfassen und mit Begleittexten zu Vorkommen, Abbau und Verwendung.
Umrahmt von Fundstücken der Frühgeschichte , Dokumenten zum Bergbau und Informationen zur Geschichte der Juden in unserer Heimat.


Raum 2:

DAS 20. JAHRHUNDERT – EIN LEHRSTÜCK





Als “Klassenzimmer“ gestaltet gibt es hier die Fächer Geschichte, Heimatkunde und Experimente. Die Geschichte soll die Auswirkungen der prägenden Ereignisse wie Kaiserreich, Weimarer Republik und der beiden Weltkriege auf die Wey´rer Dorfgemeinschaft zeigen.
Dagegen setzt die Heimatkunde einen Schwerpunkt auf die dörfliche Entwicklung und zeigt anhand von Gewerbe, Landwirtschaft und kultureller Entwicklung die Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte.

In der Raummitte laden Experimente zu 2 großen Themen des 20. Jahrhunderts zum Mitmachen und Weiterdenken ein.

Raum 3:

WECHSELNDE AUSSTELLUNGEN

Ein dritter Raum soll für wechselnde Ausstellungen ausgerüstet sein. Hierdurch soll auch eine Vielzahl “kleinerer“ Themen öffentlich gemacht werden. Dieser Raum soll aber ausdrücklich auch den anderen Ortsvereinen offenstehen, z.B. zu besonderen Anlässen selbst eine befristete Ausstellung zu gestalten. Anbei nur ein paar von ganz vielen Ideen, die sich hierfür anbieten:
- Fotoausstellung “Meine Lieblingsplätze in Weyer“ für jedermann.
- Die Geschichte der Volkshalle / des Kindergartens.
- Ausstellung zu Vereinsjubiläen.

Raum 4:

ERZÄHLKAFFEE – “ERZÄHL DOCH KEINE GESCHICHTEN“

Herzstück dieses Raumes ist eine gemütliche Leseecke mit Tisch und Sitzgelegenheiten für die Besucher. Es wird alte Bücher und Fotoalben geben zum darin Stöbern und sich Erinnern. Wir wollen hier ins Gespräch kommen und im Gespräch bleiben zwischen den Generationen, damit Vergangenes nicht vergessen und Erfahrung nicht verloren geht. Der Raum wird ergänzt um eine kleine Kaffeeküche, damit sich hier auch jeder wohl fühlt.

Raum 5:

DAS GANZE DORF UND DARÜBER HINAUS



Die Ausstellungen im Museum wollen wir durch spezielle Themenführungen in der Gemarkung ergänzen. So sind vermutlich der Verlauf des ehemals offenen Laubusbaches im Dorf oder auch eine Begehung der Gemarkungsgrenzen für viele Mitbürger von Interesse.